F.Schult

Die PsychoSoziale Kolumne
 

 

Die Kraft der Bilder - raus aus dem Novemberblues

Waren Sie dieses Jahr schon auf dem Weihnachtsmarkt? Und haben sich bei Nieselregen und kaltem Wind die dargebotenen Köstlichkeiten und Leckereien schmecken lassen, oder etwa beim Kunsthandwerker Geschenke eingekauft? Vielleicht sogar noch den ein oder anderen Plausch mit Bekannten und Freunden gehalten? Gehen Sie etwa bei diesem Wetter täglich raus und genießen die frische Luft? Herzlichen Glückwunsch, dann können Sie jetzt zum nächsten Artikel wechseln und weiterhin den Winter genießen.

Sind Sie die letzten Wochen auf dem Sofa wie festgewachsen, ziehen sich die Wolldecke über den Kopf, und gehen nur nach draußen wenn es sich überhaupt nicht vermeiden lässt? Dann sollten Sie jetzt unbedingt weiterlesen.

Der November-Blues tanzt um die Häuser. Ab vier Uhr nachmittags ist es schwarz wie die Nacht. Es ist nass und kalt. Und obwohl der November schon vorbei ist, ähnelt das Wetter im Moment doch noch sehr daran. Und so ist bei einigen Menschen der so genannte Novemberblues, ein Stimmungstief bei wenig Sonnenlicht, ganz schleichend mit in den Dezember gekommen und etabliert sich nun langsam zum Winterblues. Vielleicht kennen Sie dieses Phänomen ja schon aus den Vorjahren, wissen ganz genau was Sie dann alles nicht mehr tun wollen, und haben irgendwie kein Mittel dagegen.

Sicher, im weltweiten Netz gibt es diverse Vorschläge, um gut und fröhlich die grauen Tage zu überstehen: Ein Bad mit Milch und Honig, viel Sport treiben, Massagen und Wellness genießen, sich mit Freunden treffen, ins Kino gehen, bunte Kleidung tragen, und so weiter. Auch Lichttherapie ist ein geeigneter Weg um die Serotoninproduktion anzuregen. Doch wer hat schon solch ein Gerät im Wohnzimmer stehen? Da greift der Eine oder die Andere dann doch lieber mal schnell zu Schokolade oder Nüssen. Hat in etwa den gleichen Effekt, schlägt sich nur leider schnell auf die Hüften nieder. Der tägliche Spaziergang, möglichst um die Mittagszeit für eine halbe Stunde, kann auch viel bewirken.

Oder doch lieber mal was Neues ausprobieren. Vielleicht nutzen Sie probeweise mal die Kraft der Bilder – Ihrer Bilder. Und ich meine nicht die Passbilder für den letzten Ausweis oder das Familienbild vor dem Weihnachtsbaum. Ich spreche von inneren Bildern, die in jedem von uns schlummern, viel mehr ausdrücken als viele auf den ersten Blick glauben mögen, und Ihnen zu jeder Zeit und an jedem Ort zugänglich sind. Und Phantasie hat ein jeder Mensch, denn auch Sie können sich doch einen rosa Elefanten vorstellen, oder?! Also nutzen Sie diese Gabe doch für sich, jetzt in dieser dunklen Jahreszeit, und beamen sich einfach mal für ein paar Minuten an einen wunderschönen sonnigen Ort, mit ganz viel Ruhe und Ausgeglichenheit, genießen Sie die Natur, vielleicht das Wasser, die Blumen, die Farben und Gerüche. Entdecken Sie diesen Ort, machen Sie ein inneres Foto davon, und kehren Sie zwei bis dreimal am Tag dorthin zurück. Ganz ungezwungen und nur für sich. Und dann beobachten Sie wie es Ihnen geht, nach diesem kurzen Sonnentripp. Sie haben die Wahl. Vielleicht ist genau jetzt der Moment dafür.
Denn: man kann das Leben nur vorwärts leben... 

Ihr Frank Schult

 

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